Donnerstag, 8. Oktober 2009

Interview zur Lage der deutschen Autorenlandschaft Teil 2

So, das argentinische Entrecote hat wie immer sehr gemundet. Herr Rohland, sind Sie öfter hier im Borchardt zu Tisch?

Nah this be the first time, but i'm diggin' cause it's kinda cozy up in this muthafucka, you feel me?

Erst neulich erschien ja eine belleristische Abhandlung von Klaus Ebenhöh zum Thema Essen und Denken, in dem Querverweise zwischen den kulinarischen Vorzügen bestimmter Dichter und Denker und ihrem künstlerischen Schaffen hergestellt werden. Haben Sie besagtes Buch - "Der Philosoph im Topf" - einmal gelesen?

My nigga, i'm sorry to disappoint you here, but i'm kinda lazy when it comes to readin' and shit. I'm more of a drive-by-shooting-kind-of-guy. Thanks for da input tho.

Moment mal.. zuerst dachte ich ja, Sie würden mit Ihrem Englisch nur Machoismen zeitgenössischer Hiphop-Kultur persiflieren, um die Rolle des Agnostizismus in der heutigen Literatur hervorzuheben. Leiden Sie am Ende gar unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung?

Aber nein... hätten Sie sich wirklich mit meinem Oevre auseinandergesetzt, insbesondere mit meinen autobiografischen Exzerpten, würden Sie wissen, dass diese "Persiflierung", wie Sie sie nennen, nur dazu dient, der Mehrdimensionalisierung des menschlichen Geistes zu huldigen. Wir sind ja gewissermassen alle Abbilder Gottes, beziehungsweise umgekehrt. Würden Sie verstehen, dass der Mensch Gott erschuf, um sich selbst erschaffen zu lassen, würden Sie auch verstehen, dass ich nicht mehr zu sagen habe als jeder ungebildete, arme oder kranke Mensch dieser Welt zu sagen hat. Vor Ihrem Gott sind wir doch alle gleich - also was soll der Humbug mit dem Literaturnobelpreis?

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